Meine Suche nach den perfekten Wegbegleitern für den anstehenden Sommer, stellte sich bisher als schwieriger heraus, als vorerst angenommen und das wobei ich mich bereits vor geraumer Zeit für
Desert Boots, die Retroschnürer mit dem Faktor auf Bequemlichkeit, entschieden habe.. Die Auswahl für diesen Sommer ist immens!
Inzwischen getragen von jedermann in Lehrerzimmern, Versicherungsbüros und Provinzstädtchen sowohl nach wie vor aus Fashion Spreads kaum mehr wegzudenken, wurde das Ur-Modell während des Zweiten Weltkriegs von seinem späteren Wiederbeleber Nathan Clark entdeckt. Clark war als britischer Offizier in Hinterindien, wo Soldaten der Achten Armee eine Art Urmodell aus Wildleder trugen; sie hatten sich ihre Schuhe auf einem Basar anfertigen lassen. Mit einem selbst gefertigten Prototyp reiste er später zu einer Messe in Chicago - und mit massenhaften Aufträgen wieder ab.
Insbesondere in den 60ern und 70ern traf der Wüstenschuh den Nerv einer ganzen Generation. Amerikanische Studenten trugen ihn, ebenso die englischen Mods. Beworben wurde der Schuh damals mit dem Slogan 'The off-beat casual for the up-beat intellectuals', während die kernigen Treter für 'coole Intellektuelle' in Deutschland besonders bei den 68ern beliebt war.


Inzwischen kommen für mich persönlich der
Desert High 1 von Acne für satte 280 € und die sandfarbene Variante von
Opening Ceremony für 208 € in die engere Auswahl. Acnes Umsetzung sorgt durch die aufgefädelten Holzperlen und dem fehlende Absatz der Kreppsohle für ein tribales Großstadt-Dschungelfeeling, während die amerikanische Interpretation etwas schmäler daher kommt und mit einer Ledersohle ausgestattet ist.
Beide Preise haben es in sich und mögen mögen auf den ersten Blick utopisch wirken, doch sollte man im Hinterkopf behalten, dass diese Klassiker dafür bekannt wurden enorm widerstandsfähig zu sein. Am besten kippt man jedoch vorher ein Glas Bier drüber und trampelt anschließend auf dem Leder herum, denn der Desert Boot sieht erst richtig gut aus, wenn er speckig und abgewetzt ist. Schließlich verdankt er seinen Namen seiner Unverwüstlichkeit. Built to resist also. Achja